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02/02/2012 / Raika

Experimentielles Augenstrapazieren

Schon nach nur einem effektivem Tag auf der Transmediale muss ich sagen, hier ist alles visuell ziemlich anstrengend. Seien es wild flackernde LED-Screens, die vielleicht im Durchmesser 3mm große Leuchten haben oder seien es aufwändig zusammengeschnittene Videocollagen. Spätestens heute Mittag beschloss ich dann, dass ich mich für experimentelle Videoinstallationen oder ähnliches nicht erwärmen kann und wohl niemals einen Bezug dazu finden werde.

Dagegen machte die erste Performance einen sehr interessanten Eindruck auf mich. Vielleicht war sie nicht ganz so an den Extremen, die menschliche Sinnesorgane maximal aushalten, ausgerichtet. Es war ein bisschen beklemmend, aber man konnte trotzdem noch darüber nachdenken und eventuell seinen eigenen Sinn daraus ziehen und sich seine eigene Meinung dazu bilden. Flora Könemann beschäftigte sich mit ihren eigenen Mitteln mit den Grenzen und Übergängen zwischen Realität und Fantasie, dem Unwirklichen und dem Materiellen und Auditivem. Dafür verwendete sie Kassetten, alte Diktiergeräte und weniger konventionelles wie eine Schreibmaschine und Geräusche, die von einem EEG stammen. Was im Nachhinein, die ganz Performance meines Empfinden nach noch beklemmender machte. Unter dem Titel “this is a boys club pt. 3: scream: lack! lack! I am missing the gap” stand die Show. Ihre auditiven und teilweise visuellen Experimente kann man auf ihrer Website There Is Something Wrong With The View nachverfolgen.

Im Anschluss sahen wir uns noch die Joshua Light Show (Website) an. Die für mich letztendlich viel zu viel war. Es war eine Licht und Ton Show, bei der die norwegische Band redlich Mühe gab, möglichst viel unharmonische Parts einzubringen. Am Anfang war es bedrückend, dann dachte ich “Es könnte interessant werden,” und zum Ende war es für mich einfach verstörend und viel zu lang. Ich bin offensichtlich nicht der Mensch für so extrem experimentelle Aktionen. Sie wirken auf mich nur in einer Weise, nämlich dass ich möglichst schnell den Raum verlassen möchte.

Ich mache mir schon ein bisschen Sorgen, ob ich überhaupt den Draht zur Kunst finden werde.

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