Skip to content
09/11/2011 / Raika

Soziales Arbeiten

Es ist schon echt cool, dass ich hier in Jyväskylä die Möglichkeit habe einen Kurs über Social Media zu belegen. Was mich daran aber jede Woche auf’s neue stört, ist dass es kein Kurs im klassischem Sinne ist. Damit meine ich, dass wir kaum, lasst mich sagen „vorgefertigte“ Werkzeuge in die Hand bekommen, die mit einer großen Wahrscheinlichkeit den gewünschten Effekt erzielen. Das heißt, es gibt über das Thema einfach kaum wissenschaftliche Grundlagen. Jede Woche ist es ein Raten ins Blaue hinein, was Social Media ist und wie man es am besten einsetzt. Letzten Montag haben wir darüber gemutmaßt wie Social Media die Welt verändert, verändert hat und in Zukunft vielleicht noch verändern wird. Und unsere Aufgabe ist es jetzt ein Essay zu schreiben mit unserer Meinung. Unsere Meinung. Es geht nicht um erfolgsschaffende Regeln, die man in jedem Fall einhalten sollte, wenn man seine Band/ sein Label im Social Net positionieren möchte. Alles Auslegungssache, alles Begründungssache.

Da ist so ein neues Ding, mit großen Verheißungen, mit riesigen Ausschöpfungspotential. Weil viel hilft viel, stürzen sich alle darauf und mischen bei allem mit was geht. Das größte Phänomen ist hier wohl Facebook, jedes noch so kleine Unternehmen, jeder noch so kleine Wettbewerb, jede noch so vom Internet weit entfernte Branche muss eine Fanseite auf Facebook besitzen. Dabei ist es völlig egal ob diese noch so sehr in Nischen verhaftet sind und die eigentliche Zielgruppe ganz woanders viel besser abzugreifen ist.

Am Anfang fand ich es gar nicht schlimm, es war einfach die Möglichkeit alle Wege auszuprobieren, die guten und die schlechten. Es gibt Erfolgsgeschichten und auch das genaue Gegenteil. Am Anfang muss man erst mal die Grenzen austesten -keine Frage. Aber irgendwann kommt man an den Punkt, wo man nicht mehr rumprobieren sollte. An diesem Punkt sollte man aus allen selbsterlebten und beobachteten Erfahrungen die Regeln des Umgangs mit Social Media herauskristallisieren. Ich glaube nicht mehr, dass es in jeder Hinsicht erstrebenswert ist eine Fanpage auf Facebook zu eröffnen.

Und was gerade auch sehr schön zu beobachten ist, alle wandern noch zu G+, weil es jetzt endlich möglich ist. Warum? Weil man’s kann. Warum auch nicht. Kann ja nur positiv sein, denn wie wir schon festgestellt haben: Viel bringt viel. Es ist egal, ob G+ eine ganz andere Zielgruppe als mein Projekt hat. 2-3 Leute werden es schon liken oder ein +1 dafür geben.

Es bringt aber nichts, wenn die Leute nicht mit interagieren. Das werden sie nicht tun, wenn sie auf jedem Netzwerk dieselben Inhalte lesen und am Ende doch lieber unter dem Blog ein Kommentar verfassen oder in Foren das Thema ausführlich diskutieren wollen.

Ich denke, grundlegende Regeln in der Kommunikation mit den Fans und Begeisterten sind schon seit langem klar. Dass es zum Beispiel keinen Sinn ergibt (!), vorgefertigte allgemeine Aussagen, die dreimal die PR-Abteilung durchlaufen haben ins Facebook zu posten, wenn sich gerade ein Kunde beschwert. Das waren die ersten Errungenschaften in der Wissenschaft des Sozialen Media Marketing. Aber jetzt ist es Zeit zu überlegen, welche Netze und Kommunikationswege überhaupt nötig sind. Und die einfachste Frage, die man sich dabei stellen kann ist: hat dieses Soziale Netzwerk die gleiche Zielgruppe wie ich mit meinem Unternehmen/ meinem Service? Wenn es zum Beispiel ein großes Telekommunikationsunternehmen ist, das sich in Facebook platzieren möchte, dann entspricht das durchaus der Wahrheit. Dann kann es wirklich jeden Kunden erreichen und ihm ein Gefühl der schnellen und einfachen Erreichbarkeit geben (wenn es die allgemeinen Regeln der Kommunikation einhält). Wenn es jetzt aber um zum Beispiel Illustrationen, Kunst und Design geht. Wenn ich gerade Freelancer suche oder bestimmte Projekte vorstellen möchte–wäre es da nicht besser einen Nischenbehafteten Dienst wie Dribbble genauer unter die Lupe zu nehmen?

Das gleiche spielt sich ab beim Crowdsourcing. “Ich hab gehört, mit Startnext haben sich viele Projektedie Umsetzung ihrer Idee finanzieren können -das ist das neue Große Ding!” Entschuldigt bitte, aber kleine Hochschulprojekte könnten es auch einfach versuchen sich einen regionalen Sponsor zu suchen, der gerne 500€ dafür  gibt.

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: