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27/10/2011 / Raika

Viele Berliner schreiben immer wieder, dass sie erst einmal weit weg von der Hauptstadt sein müssen, um zu erkennen, wie sehr sie diese Stadt lieben und brauchen. Nur habe ich nie wirklich in Berlin gelebt. Und trotzdem zieht es mich immer wieder dort hin. Ich bin aber keiner der Menschen, die ein, zwei Mal in der Hauptstadt waren und dann plötzlich ihre liebe dazu bekunden und in alle Welt herauschreien müssen. Ich kenne viele Orte, ich habe dort viele Freunde. Und die Tatsache, im Moment nicht einfach in einen Zug steigen zu können und in 3 Stunden da zu sein, macht mir gerade echt zu schaffen.

Denn egal wo ich geade wohnte, wenigstens einmal im Monat war ich doch wieder da. Auf einem Konzert, auf einer Party, bei Feunden, auf Konferenzen, in Gallerien, in der Nacht, am Tag, mehrere Tage ohne Schlaf,  oder einfach mal schnell hin um ein bestimmtes Album zu kaufen -egal, ich war in Berlin. Und das zählte. Ich lernte Menschen kennen. Die verschiedensten Designer, Musiker, Booker, Radiomenschen, Blogger, ganz normale Alltagsmenschen, Konzertgänger und neue Freunde.

Wenn wir einfach blind durch die Gegend zogen. Wenn ich an Wochenenden die Nächte in Clubs durcharbeitete. Wenn wir einen Tag lang gezielt durch die Gallerien zogen. Wenn wir auf jedes Emergenza Konzert gingen. Wenn ich mich plötzlich in der Crowd eines Ska Open Airs wieder fand. Als wir einfach mal nach Frankfurt/ Oder fuhren. Wenn ich die abgerissensten Clubs aufsuchte, um wieder mal ein richtiges Rockkonzert zu besuchen. Wenn wir im Garten der Technoclubs bis um 9 die Welt an uns vorbei ziehen ließen. Wenn wir das Computerspiele Museum besuchten und im Anschluss die besten Burger aßen. Wenn wir gefühlte Stunden lang in Mitte Kreise ums Alxel Springer Haus zogen, auf der Suche nach einer WG Party. Wenn wir im Wedding ins Kino und den Kunstbedafsladen gingen. Wie wir in der Hasenheide auf den Abend warteten. Wenn wir in Friedrichshain mit Sand unter den Füßen zum Abschluss der Nacht Cocktails tranken. Wenn wir in Spandau, völlig zerstört der vorangegangenen Tage ohne Schlaf, Flyer verteilten. Oder wenn wir einfach zum Späti zwei Blocks weiter gingen.

Und selbst von hier aus bekomme ich gefühlt noch alles mit was passiert, auch wenn ich nicht live dabei sein kann. Man schickt mir Links zu neuen Veranstaltungen oder ich werde dauernd pauschal mit allen anderen eingeladen. Ich bekomme ja schließlich noch Newsletter und lese die ganzen Blogs der verstrahlten Partygänger. Als wäre ich live mit dabei gewesen. Und ich hatte schon fast Angst , wenn ich zurück komme, habe ich den Anschluss verpasst.

Wahrscheinlich hatte ich einfach nur Angst zu gehen und damit alle Chancen zu vergeben in dieser Stadt mal für längere Zeit als nur eine Woche zu verweilen. Aber vielleicht habe ich jetzt schon einen besserem Plan, als vor 5 Monaten. Vielleicht wird sich nochmal alles ändern. Ich habe noch nie fest an Dingen gehangen, seien es Pläne oder Gegenstände, oder gar Menschen. Ich hoffe, Berlin bleibt dennoch eine beständige Konstante in meinem Leben.

Ich bin sehr froh so nah zu dieser Stadt aufgewachsen zu sein. 40km bis zum Stadtrand. 50km bis zum Alex.

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