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15/09/2011 / Raika

Einmal alles anders machen

Ich mag den Unterricht hier in Jyväslyä. Meistens bringt er mich zum Nachdenken. Zumindest ist es bei einem Fach so. Strategic Music and Media Management wirft für mich jede Stunde so unendlich viele Fragen auf, dass ich erstmal eine Weile danach zu tun hab, mir meine eigenen Gedanken zu machen. Um alles zu bündeln, in eine sinnvolle Linie zu bringen. Es ist so komplett anders als in Mittweida. Wahrscheinlich ist es überhaupt anders als in Deutschland. In Mittweida bekommt man alles Wissen vor die Füße gekippt, saugt es schnell auf und muss in der Prüfung nicht mal nachdenken, was man schreiben soll. Die Antworten sind eindeutig und vorhersehbar. Hier aber muss ich mir meine eigenen Gedanken machen. Ich muss mir mein Wissen zusammensuchen, so wie ich es brauche und für richtig halte. Alles Material ist da, Skripte, eBooks, eine ausführliche wissenschaftliche Datenbank.

In den Unterrichtsstunden wird analysiert, konzeptioniert und diskutiert. Ich gehe jedesmal mit einer Art Kopfschmerzen nach Hause, weil immer noch tausende Gedanken gegen meinen Schädel hämmern. Vieles was ich nicht verstehe. Gerade was Business Strategien betrifft habe ich keine Ahnung. Ich muss vieles nachholen um zu verstehen, was Sache ist. Ich bin Techniker, mein letztes Jahr bestand aus Physik, Mathematik, Elektrotechnik, Schaltungstechniken, Signal- und Systemtheorien, Kommunikationstechnik, Messtechnik. Und hier, hier muss ich Konzepte entwickeln, Strategien auswerten. Es ist so komplett anders und die einzige Beschreibung, die mir dazu einfällt ist challenging. Absolut over the top.

Und meine Bewertung misst sich an dem was ich gelernt habe, was ich wirklich gelernt habe. Nicht was ich auswendig heruntersingen kann und am Ende des Kurses in einer Prüfung auf ein Blatt Papier kritzele.

Alles ist neu für mich. Ich muss Learning Diaries schreiben, wo ich auch einfach aufkommende Fragen aufschreiben kann, wo für mich Probleme entstehen. Wie ich an sie heran gehe, um eine Lösung zu finden. Ob ich eine Lösung finde, ich weiß es nicht. Trotzdem kann ich daraus was lernen.

Das alles wäre ein weniger großes Problem, wenn ich nicht immer an einer Banalität -an meinen Englischkenntnissen scheitern würde. Im Conzept Lab verstehe ich in der Regel nur die Hälfte des Unterrichts. Bei den Diskussionen  ist es noch schlimmer. Ich muss meine Meinung verständlich machen. In der Regel weiß ich mich nicht mal in Deutsch auszudrücken. Plötzlich muss ich das auch noch in eine andere Sprache übersetzen…

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