Skip to content
31/08/2011 / Raika

Konfettiinseln

Was macht man eigentlich mit Anfang 20? Sollte man nicht eigentlich wissen, was man will und wo man später mal hin will? Schon als kleines Kind wird man immer wieder gefragt: “Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist?” Ist das nicht eigentlich eine bescheuerte Frage? Woher soll man denn schon im alter von 9, 10 Jahren wissen, was man später machen will. Damals, ja in diesem Zusammenhang darf ich schon das Wort verwenden -also damals sagte ich immer, ich wöllte was mit Pflanzen machen. Floristin also. Von diesem Traum bin ich mittlerweile weit entfernt. Die Zeiten ändern sich alles ist um vieles schneller geworden. Mein eigener Anspruch an die Welt ist es, dass sie möglichst schnell ist.

Schließlich lebe ich im Internet. Die Hälfte meines Tages verbringe ich damit online zu sein. Und ich sehe es als nichts schlimmes an. Das Internet ist das schnellste Medium -es ist nicht das Radio und schon gar nicht das Fernsehen. Deshalb möchte ich wohl später “wenn ich groß bin und mein eigenes Geld verdiene”, dieses Geld nicht damit verdienen, Gras beim wachsen zuzusehen. Zeitverschwendung. Mit der Zeit verschwanden auch sämtliche Pflanzen aus meinem Zimmer. Ich habe keine Zeit dafür, mich um sie zu kümmern. Der Wunsch Floristin zu werden wurde immer geringer und wechselte später von einigen unbestimmten Wünschen zur Modedesignerin. Tatsächlich könnte ich mir das weiterhin vorstellen, nur bin ich so realistisch da nicht zu blauäugig ran zu gehen.

Doch Tatsache ist, Design ist flüchtig. So wie das Internet flüchtig ist. Die Befürchtungen, dass alles trotzdem irgendwo gespeichert bleiben wird, verstehe ich schon. Aber -schon mal versucht einen Tweet von vor 3 Wochen wiederzufinden -und das bei zirka 100 Personen, denen du folgst? Das ist nahezu unmöglich. Es sei denn, du weißt ein sehr prägnantes Wort darin. Dann kannst du es googlen.

Also ich möchte etwas flüchtiges machen. Design ist flüchtig, das Internet ist flüchtig. Nur möchte kein Designer flüchtig sein. Und trotzdem will jeder der nächste Trendsetter sein.

Ich möchte etwas mit Medien machen, ich möchte etwas mit Design machen und noch dazu irgendwas mit Technik. Ich bin Anfang 20 und kann das immer noch nicht enger eingrenzen. Mich überkommt ein kalter Schauer, wenn ich sage ich studiere Medientechnik studiere und prompt die Frage kommt: Und was willst danach machen? Welchen Beruf stellst du dir vor? Keine Ahnung, verdammt. Ich kann gut Zeichnen, ich mag Fotografie, ich mag Musik, ich könnte mir auch vorstellen beim Organisieren von Events einen großen Anteil zu haben und natürlich bleibt überall das Internet -es ist omnipräsent in meinem Leben und Social Media ist das größte Teilgebiet des Internets was mich interessiert.

Und sieht irgendjemand eine klare Linie, die sich abzeichnet? Nein? Ich auch nicht. Es sind alles kleine Konfettistücke, die in unterschiedlichen Konstellationen kleine Inseln formen können. Doch passen nicht alle beliebig zusammen. Mit jeder neuen Konstellation und mit jedem neuen Versuch den ich unternehme -mit jedem Fehler den ich mache, weiß ich doch nur was ich nicht machen möchte.

Also muss ich die Konfettistücke aussortieren, die nicht passen. Aus den übriggebliebenen kann ich dann eine große Masse zusammenfügen, die mir dann anzeigt, wo mein Weg ist. Ich hoffe, das ist nicht allzu schwer.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: