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02/08/2011 / Raika

Was wollte ich nochmal? Andere Gedanken zum Netzwerken

Während meines Praktikums habe ich viel mit Social Networks, Bloggern, Internet, Datenschutz und Diskussionen über Sinnhaftigkeit oder auch Sinnlosigkeit dieser ganzen neuen und alten Dinge zu tun. Es ist aber längst nicht so, dass ich damit das erste Mal konfrontiert bin. Es ist nur so, dass ich mir endlich mal eigene Gedanken darüber mache. Meistens spricht man nur oberflächlich mit Freunden über solche Dinge, nimmt dann von den Medien vorgefertigte Meinungen zur Hilfe, um seinen Standpunkt zu argumentieren. Und das auch noch, ohne sich selbst mal hingesetzt zu haben, um drüber nachzudenken. Eigentlich rattert man genau das runter, was man mal irgendwo aufgeschnappt hatte und für besonders plausibel hielt.

Und dann sitze ich hier und werde in Diskussionen gezogen, die mehr als nur diese Argumente verlangen. Klar, dass ich da erstmal nichts zu sagen kann. Ich kann immer nur den anderen in diesem oder jenen zustimmen. Aber einen eigenen Standpunkt festmachen kann ich nicht.

Vor kurzem wollte ein Bekannter seine Twittertimeline in den Google+ Stream importieren und so langsam machte es bei mir klick. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken, als ich merkte, dass da schon wieder auf vielen, vielen unterschiedlichen Kanälen, die alle gänzlich andere Ausrichtungen haben, ein und der selbe Content verbreitet werden sollte.

Manchen Menschen/ ihren Blogs folge ich gerne über Twitter, Facebook, in meinem Feedreader und über den persönlichen Facebook-Account derjenigen (dort heißt es dann Freundschaft, die meisten habe ich noch nie gesehen). Aus dem einfachen Grund, weil sich dort die Ihnalte gar nicht mal so oft doppeln. Klar, wenn ein neuer Blogeintrag geschrieben wurde, sehe ich das bei Twitter und der Facebookpage des Blogs angetreased. In meinem Feedreader kann ich das dann später lesen, wenn Zeit dafür habe. Aber diese Menschen sind interessant genug und haben auch einiges zu erzählen, seien es eigene Erfahrungen oder nur Meinungen zu Themen, zu denen sie sich besser auskennen. Außerdem verstehen sie den Sinn der unterschiedlichen Netzwerke und posten ihre gedanklichen Auswüchse dann dementsprechend.

Es gibt aber auch Menschen und Blogs. Denen folge ich nur auf Twitter oder ihrer Facebookpage. Einfach aus dem Grund, dass es mir nicht besonders wichtig ist jeden Post des Blogs zu lesen und weil es nervig ist 3x pro Tag die gleichen Teasings zu lesen -weil sie per App oder anderweitiger Dienstleistung von einem Ort (meistens das Blog) zu allen anderen stupide importieren. Das ist langweilig und bewegt niemanden dazu länger dranzubleiben und sich intersiver mit der Person auseinander zu setzten.

Das schlimme ist, mittlerweile kann man wirklich jedes noch so unbedeutende Detail in die ganzen Streams, Feeds und Timelines importieren lassen, ohne einen Finger zu rühren. Einigen meiner Follower oder Freunde ist wohl schon aufgefallen, dass ich den neuen Dienst ifttt teste. Ausgeschrieben nennt der sich “If This Than That” und damit ist schon alles erklärt. Man setzt einfach einen Trigger, der dann eine andere Reaktion auslöst. Da kann ich sagen: “Wenn auf meinem Blog ein neuer Artikel veröffentlicht wird, dann poste de ersten Absatz incl. Bildvorschau auf meinem Tumblr/ oder mache aus der Überschrift und dem Artikellink einen Tweet.” Und es gibt dort so viele sinnlose Möglichkeiten. Man kann daraus irre Ketten bilden, die dann überall meinen gerade erst fertig geschriebenen Artikel weiter verbreiten. Meine längste Kette besteht aus 3 Elementen: Ich lade ein Bild bei Flickr hoch. Bei Tumblr wird daraus ein postig generiert, welches dann wiederum einen Tweet bei Twitter absetzt. Eigentlich geht es noch weiter, denn eine Facebook Applikation hätte normalerweise jetzt noch meinen Tumblr in mein Profil importiert. Das habe ich aber mittlerweile abgeschalten. Die Twitterreaktion auf meinen Tumblr muss ebenfalls dran glauben.

Man könnte sich jetzt einbilden, das würde dann mehr Leser erreichen. Aber das wage ich zu bezweifeln. Außerdem gibt es wahnwitzige Kombinationsmöglichkeiten, wenn man anfängt alles zu vernetzen. Das zeigt die neueste Einbindung von Last.fm, wie ich finde. Ab jetzt könnte ich jeden gehörten Song oder zumindest meine Lieblingssongs bei Twitter oder Facebook anpreisen. Damit jeder, den es nicht interessiert, weiß was für ein ausgesprochen alternativen Musikgeschmack habe.

Ich mache solche neuen Sachen immer gerne mit, weil ich wissen will, wie sie funktionieren. Weil ich verstehen will welche Richtung damit verfolgt wird. Ob es mir vielleicht eine neue Möglichkeit bietet, Dinge ins Netz zu stellen und zu publizieren. Ich habe bei vielen sozialen Diensten einen Account. Aber nutze nicht alle regelmäßig, weil manche sich in den Funktionen doppeln oder sie einfach kein schönes Interface haben, das ich gerne benutzen möchte. Ich gebe meine Meinungen und Hirngespinste nicht gerne auf nur einer Leitung nach Außen. Ich möchte, dass jeder Schwerpunkt einen eigenen Dienst hat, wo ich ihn publizieren kann. Auf einem eigenen Blog könnte ich das mit verschiedenen Unterseiten realisieren und vielleicht kurze Zusammenfassungen in einem großen Stream anbieten. Ich bin aber noch nicht so weit, dass ich mir eine eigene Seite aufsetze, deshalb brauche ich erstmal andere Lösungen. Ich versuche es mal zu strukturieren aus der Sicht der Leute, die mir vielleicht folgen möchten. Dabei kann ich mir auch vorstellen, dass nicht jeder alles von mir wissen will, sondern nur einen Aspekt meiner Interessen.

Also wenn jemand merkt, dass sein Musikgeschmack ähnlich dem meinen ist und er hofft neue Bands zu finden, in dem sich an mir orientiert -dann kann er sich auf meinem Blog die mit „Musik“-getaggten Artikel ansehen. Er kann sich bei meinem Last.fm Profil umschauen. Ich nutze nebenbei noch Simfy und Hypemachine, aber hauptsächlich um Musik einfach und praktisch zu hören, nicht immer um Musik zu „liken“ oder weiter zu empfehlen. Da greife ich lieber gebündelt auf Last.fm zurück.

Auf meinem WP Blog kommt alles was für mich einen gewissen Wert darstellt, seien es gut gelungene Fotos, Bands die mich beeindrucken oder Empfehlungen zu denen ich meine Meinung gebe und ich denke, diese könnte jemand anderen auch weiter helfen. Selten privates über mich, manchmal aber auch ein paar Texte, von denen ich das Gefühl habe, dass sie mir besonders gelungen sind.

Das Gegenteil dazu ist ganz klar Twitter. Das ist meine Halde für jeglichen Gedankenabfall, der mir gerade in den Sinn kommt. Ungefiltert und ohne vorher genauer drüber nachzudenken. Manchmal bereue ich es, aber selten lösche ich es dann wieder.

Irgendwas dazwischen ist mein Tumblr. Das ist mehr über mich als Person, was mir gefällt, was ich anderen empfehlen würde oder Zitate, Schnappschüsse oder weiß der Geier was noch alles. So wirklich definieren lässt sich der nicht, ich kann nur sagen, was ich dort nicht publizieren möchte.

Zu Flickr kommen Bilder die ich als die besten empfinde. Und bei Facebook landen alle meine Freunde und dementsprechend alles was die so interessieren könnte. Facebook ist einfach Kommunikation. Twitter ist das zwar auch ein bisschen, aber viel oberflächlicher.

Das sind zumindest die Dienste, die ich am häufigsten nutze. Jetzt könnte ich, wie gesagt, alles mit einander vernetzten und die Leute mit meinem Halbwissen, Stammtischgerede, schlauen Kommentaren und Empfehlungen zuscheißen. Aber das würde auch nur dazuführen, dass sie mich bei Facebook ausblenden oder mich bei Twitter oder Tumblr entfolgen. Und genau das ist was passiert, wenn bei mir jemand mit der ganzen Schoße anfängt. Er wird entfolgt, weil es mir keinen Mehrwert gibt und meine Zeit raubt. Ja das Internet friss Zeit wie andere Leute Drogen und deshalb will ich nicht auf jeder Plattform von Leuten mit ein und dem selben Inhalt voll geballert werden. Bitte lasst das und nutzt nur die sinnvollsten Applikationen, um euren Content weiter zu verbreiten. Sie können durchaus helfen, das will ich nicht bestreiten.

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