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22/04/2011 / Raika

Different

Ich dacht ja immer, ich führe das langweiligste Leben, was man sich so vorstellen kann. Ich sitze oft einfach nur zu Hause rum. Mache nichts außer sinnlos im Interner herum zu surfen. Zu warten, dass mir mal jemand eine Mail schreibt. Ich habe schlicht darauf gewartet, dass man mich beachtet. Zumindest hatte ich da immer gedacht. Das war meine eigen Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Aber war sie wirklich so? Vielleicht ein kleines bisschen. Ich hatte selten Freunde getroffen. Ich war selten aus. Ja die Zeit gab es wirklich. Aber war ich daran schuld? Nein, ich denke nicht. Oft genug habe ich Freunde angeschrieben, endlich mal was zu unternehmen. Berlin lag doch gerade zu vor der Tür. Warum alle die Scheu hatten einfach mal vor die Tür zu treten. Diese Angst haben immer noch sehr viele von den Menschen, die ich jetzt nur noch als Bekannt bezeichnen würde. Sie waren mal meine Freunde. Doch ich habe mich selten dort zu Hause gefühlt. Dachte immer ich wäre falsch.

Letztendlich bin ich vor die Tür gegangen. In die große Stadt. Für mich war sie lange nicht so furchterregend, wie alle sagten. Vielleicht bin ich da auch ein wenig sehr naiv ran gegangen. Aber ich konnte und kann immer noch nicht anders. Ich bin einfach naiv. Mittlerweile zähle ich das zu meinem Charakter.

Doch die Stadt zeigt mir ihre guten Seiten. Selten die schlechten. Und so kam ich in die verschiedensten Ecken. Und es ging immer weiter. Jetzt kenne ich Menschen, für die die Musik alles bedeuten. Menschen bei denen man sich einfach nichts anderes vorstellen kann, als dass sie immer für die Musik leben. Ich kenne jemanden, bei dem kann ich mir nicht vorstellen, was er ohne seine Band machen würde. Er wirkt immer sehr tough, wenn er auf die Bühne geht und sein Ding durchzieht. Aber was würde er ohne das alles machen? Ich denke er würde total unter gehen. Er wäre nicht der selbe Mensch. Ihm würde etwas im Leben fehlen.

Er und alle Freunde, die dazu gehören, haben mir ein Berlin gezeigt, das dreckig ist. Ein Berlin das krank ist. Ein Berlin das schon viel erlebt hat, in seinen jungen Jahren. Ein Berlin das schon einwenig kaputt ist. Ein Berlin das eine lange Geschichte erzählen kann. Ich habe Menschen kennen gelernt, für die die Kunst (welche Malerei und Zeichnung beinhaltet) viel ausmacht. Menschen die eine zauberhafte und gar unwirkliche “Aura” mit sich bringen. Menschen die einen faszinieren. Weil sie so schöne Dinge erschaffen. Weil sie Blicke auf sich ziehen. Die Art und Weise, sich in Kostümen zu verstecken und eine ganz andere Person zu sein. Kleine Plakate basteln, sie den ganzen Tag mit sich rumschleppen. Menschen die Aufkleber drucken, welche andere nur zu gerne haben wollen.

Eine ganz andere Welt. Ich kann es kaum fassen, ich kann es nicht mal in Worte fassen.

Und was habe ich überhaupt dort verloren? Wie bin ich dahin gekommen? Und wie kommt es überhaupt, dass ich immer aufs neue eingeladen werde mitzuommen. Wo ich doch nicht sowas spannenden vorzuweisen hab. Wo ich doch nichts im Leben erreicht habe. Wo ich nicht mal etwas von der Welt gesehen habe.

Aber ich kann doch einiges aufzeigen, was andere nicht können. Ich studiere etwas, wo ich mich zwar immer noch nicht angekommen, aber doch irgendwie richtig fühle. Ich studiere etwas, das die Menschen schon ein wenig aufhorchen lässt. Ich war deshalb schon in einer Radiosendung, bei einem Sender, der gar nicht so unbekannt ist. Ich habe als Kampfrichter angefangen und bin jetzt bei der Wettkampforganisation und -durchführung.

Ich habe irgendwie doch auch was zu erzählen. Aber es ist mir gerade mal gestern klar geworden, dass es wirklich so ist. Als ich wieder neue Menschen kennen gelernt habe. Als ich plötzlich nur von mir erzählen sollte. Was ich mache. Warum ich das mache. Wie ich dahin gekommen bin. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich jemand für mich interessiert. Fremde Menschen, die schon fast ein wenig Faszination in den Augen durchblicken ließen.

Ein neues Gefühl. Ein anderes Gefühl. Ein komisches Gefühl. Ein schönes Gefühl. Ein schöner Moment. Ich habe ihn genossen.

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